80 Kilometer östlich von Galena und 370 Kilometer westlich von Fairbanks kuschelt sich kleine Ort Ruby in die Kilbuck-Kuskokwim Mountains. Der 160-Einwohner-Ort ist eine dieser typischen Athabascan-Siedlungen, die ohne Straßenanschluss auskommen müssen. Man erreicht sie das ganze Jahr über mit dem Buschflugzeug, im Sommer auf dem Fluss mit dem und im Winter mit dem Schneemobil.
Reisende auf dem Yukon River können sich in Ruby mit dem Nötigsten eindecken. Ruby ist einer der nördlicheren Checkpoints beim berühmten Iditarod Hundeschlittenrennen, das jedes Jahr im März gestartet wird. Außerdem markiert der Ort die westliche Grenze des 6300 Quadratkilometer großen Nowitna National Wildlife Refuge.
Bis Mitte des 19. Jahrhunderts hielten sich in dieser Gegend die Koyukon Athabascan Indianer auf, die wie Nomaden lebten und dem Zug der Wildtierherden folgten. Ruby entstand in der Goldrausch-Ära. Der Ort wurde nach den rötlichen Felsen benannt, die am Flussufer gefunden und von den Goldgräbern irrtümlich für Rubine („rubies“) gehalten wurden. Zwei beachtliche Goldfunde genügten, um die Glücksritter scharenweise nach Ruby zu locken. Über 1000 Menschen ließen sich hier nieder. Während des Zweiten Weltkriegs ebbte der Goldboom stark ab, und die Bevölkerung schrumpfte auf eine Handvoll Einwohner. Erst nach dem Krieg erwachte Ruby wieder aus dem Dornröschenschlaf.