110 Kilometer südwestlich des Städtchen Kodiak stößt man auf das versteckte Dorf Old Harbour. Hier dreht sich alles um den Fischfang, zahlreiche Lodges und Charterbootfirmen haben sich in Old Harbour niedergelassen. Saisonhöhepunkte für Angler sind Mai (Königslachse) und September (Silberlachse), außerdem finden zahlreiche Angler-Derbys statt, bei denen für die größten Fische satte Prämien winken. Die Charterboot-Kapitäne bieten ihre Dienste auch für Jäger an. Auch mit dem Kajak lassen sich die Schönheit der Gegend und die Vielfalt der Meerestiere gut erkunden. Auf der Nachbarinsel Flat Island hält sich eine große Papageientaucher-Population auf.
Das pittoreske Old Harbour mit seinen 193 Einwohnern zwängt sich zwischen den Strand und einen grün bewachsenen Berg, hinter dem sich noch höhere Gipfel auftürmen. Blickfang ist die Russisch-Orthodoxe Kirche Three Saints. Three Saints Bay war Ende des 18. Jahrhunderts die erste russische Siedlung in Alaska – doch die Natur schien etwas dagegen zu haben: Ein Tsunami und zwei Erdbeben machten Three Saints Bay dem Erdboden gleich. Gebietsverwalter Alexander Baranov verlegte den Verwaltungssitz nach St. Paul Harbor weiter nordöstlich, dem heutigen Kodiak. 1884 wurde am Three Saints Harbor wieder ein Ort aufgebaut, und 1931 entstand das Postamt von Old Harbor. Das Karfreitagserdbeben von 1964 und der darauf folgende Tsunami ließen vom Ort nur zwei Häuser und die Kirche übrig.
Die Alutiiq haben sich bereits vor 7000 Jahren hier niedergelassen. 1763 landeten die ersten russischen Siedler auf Kodiak Island. Die gigantischen Seeotter-Vorkommen lockten einen sibirischen Pelzhändler namens Grigorii Shelikhov in diese Gegend. Leider trachtete er nicht nur den Pelztieren nach dem Leben: 1784 ankerte er mit 192 Gefolgsleuten in der Three Saints Bay und richtete unter den Ureinwohnern ein Blutbad an. 500 Alutiiq wurden massakriert, dieselbe Zahl ertrank beim Versuch zu fliehen.