Ihre russisch geprägte Vergangenheit kann die Siedlung mit ihren 853 Einwohnern nur schwer leugnen. Viele Besucher auf der Durchreise legen hier einen kurzen Tankstopp ein, fotografieren die Russische Kirche und genießen den Blick über den Cook Inlet und die Vulkane Mount Spurr, Mount Redoubt, Mount Iliamna, und Mount St. Augustine. Doch mit seiner bewegten Geschichte, der großartigen Landschaft und dem wohl reichhaltigsten Vorkommen an Muscheln in der ganzen Umgebung bietet sich Ninilchik für einen ausgedehnteren Aufenthalt an.
„Clamming“ nennen die Muschelsucher ihr Hobby, dem sie in der Gegend um Ninilchik den ganzen Sommer lang frönen können. Bei Ebbe brechen die „Clammer“ zur Ninilchik Beach State Recreation Site, oder zur Deep Creek State Recreation Site auf. Unter den Muschelsammlern trifft man auf zahlreiche „alte Hasen“, die den Neulingen so manche Tricks zeigen, wie man eine riesige Razor Clam erbeutet – für Muschelliebhaber das Höchste der Gefühle!
Ninilchik ist die älteste Besiedlung auf der Kenai Halbinsel. Traditionell hielten sich die Dena'ina Indianer in dieser Gegend zum Fischen auf, bis in den 1820er Jahren die Russian-American Company eine Siedlung gründete. Hier sollten alte und kranke Arbeiter, für die die beschwerliche Rückreise nach Russland nicht mehr in Frage kam, ein Zuhause finden.
Bald zogen weitere Siedler aus Russland nach Ninilchik, um sich als Fischer, Jäger, Fallensteller oder Gärtner ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Nachdem Russland im Jahr 1867 Alaska an die USA verkauft hatte, blieben die meisten der russischen Bewohner hier. Ihre Nachkommen bilden bis heute den Kern der Gemeinde. 1901 wurde die Russisch- Orthodoxe Kirche gebaut.
Wie so viele andere Orte auf der Kenai Halbinsel wurde auch Ninilchik vom großen Erdbeben am Karfreitag des Jahres 1964 stark beschädigt. Der Ort sackte einen Meter nach unten und versank großenteils im Cook Inlet. Entlang des Sterling Highway „New Ninilchik“ wurde später erbaut.
Heute ist der ursprüngliche Ort mit seinen grasbewachsenen Blockhütten, malerischen Fischerbooten und dem Vulkan Mount Redoubt im Hintergrund ein malerisches Postkartenmotiv. Noch einige Gebäude aus der früheren Zeit sind erhalten, unter anderem das Sorensen/Tupper Home aus dem Jahr 1895 und das Russian School House. Doch nichts geht über die fotogene Russisch-Orthodoxe Kirche mit dem Cook Inlet im Hintergrund.