Am östlichen Rand des Misty Fiords National Monument liegt direkt am Portland Canal der Ort Hyder. Auch wenn er offiziell zu Alaska gehört, fühlt er sich doch mehr zu seinem Nachbarort Stewart jenseits der kanadischen Grenze hingezogen.
Obwohl Hyder Straßenanschluss hat, ist der Ort völlig abgeschieden. Die 72 Einwohner machen alle ihre Erledigungen im Ort Stewart (700 Einwohner), der schon zur kanadischen Provinz British Columbia gehört. Die Bewohner von Hyder zahlen mit kanadischem Geld und haben ihre Uhren nach kanadischer Zeit gestellt und nicht nach Alaska-Zeit. Ihre Kinder gehen in Stewart zur Schule, und sollte es einmal Ärger geben, sind die berühmt-berüchtigten Canadian Mounties sofort zur Stelle.
In Hyder gibt es noch ein paar Saloons aus der Zeit des Goldfiebers, die bei Besuchern sehr beliebt sind – allen voran das Glacier Inn, das mit Dollar-Noten regelrecht tapeziert ist („$ 20,000 Walls' of Hyder“). Gleich nebenan ist der First and Last Chance Saloon. In beiden Bars herrscht abends ein reger Betrieb. Außerdem gibt es noch das Toastworks in Stewart, eine Mischung aus Restaurant und Toaster-Museum mit 500 Modellen.
Doch der schlagkräftigste Grund, dem gottverlassenen Hyder einen Besuch abzustatten, sind die Bären. Von Ende Juli bis September kann man an der Fish Creek Wildlife Viewing Area (zehn Kilometer nördlich von Hyder, erreichbar über die Salmon Glacier Road) mächtigen Braunbären und Schwarzbären bei ihrem Festmahl zusehen. Mit ihren Pranken fischen sie einen Lachs nach dem anderen aus dem Wasser, die in Schwärmen flussaufwärts schwimmen. Zur Bärenbeobachtung ist diese Stelle eine der am leichtesten zugänglichen in ganz Alaska. Der U.S. Forest Service unterhält eine Aussichtsplattform und Fußwege. Im Sommer sind gelegentlich auch Ranger vor Ort, die Interessantes über die Bären zu erzählen haben. 27 Kilometer weiter nördlich auf dieser Straße, bereits in British Columbia, erreicht man einen Aussichtsplatz mit Blick auf den beeindruckenden Salmon Glacier, den fünftgrößten Gletscher in Kanada.
Hyder wurde im Jahr 1896 gegründet, als Captain DD Gailland für das US Army Corps of Engineers auf dem Portland Canal nach geeigneten Stützpunkten suchte. Im heutigen Hyder ließ er ein vierstöckiges Lager und die ersten Betonbauten in Alaska errichten. Hyder erlebte einen Boom, als im Jahr 1919 mehrere Gold- und Silberminen geöffnet wurden und der Ort rund 10.000 Bewohner zu versorgen hatte. Danach ging es mit der Bewohnerzahl kontinuierlich bergab. Mittlerweile bezeichnet sich Hyder nicht ohne Selbstironie als „freundlichste Geisterstadt in Alaska“.