Der kleine, von hohen Bergen beschützte Ort am Turnagain Meeresarm Ist zwar nur zwei Autostunden von Alaskas größter Stadt Anchorage entfernt – scheint aber gefühlte Lichtjahre weit weg zu sein. Hope besteht größtenteils aus Blockhäusern und einigen Überbleibseln aus der Goldrausch-Ära. Die 148 Einwohner sind relaxed und überaus gastfreundlich. Sie verraten Besuchern gerne, an welchen Stellen am Fluss die Aussicht auf Forellen und Gold am größten ist. Hope ist klein, bietet aber eine stattliche Auswahl an Übernachtungs- und Verpflegungsmöglichkeiten. Für Besucher ist das Dorf ein geeigneter Standort für alle erdenklichen Outdoor-Unternehmungen. Beliebt sind vor allem Bergwanderungen und Raftingtrips im Chugach Mountain Forest.
Das Hope-Sunrise Museum, das in einem Blockhaus mitten im Ort untergebracht ist, gewährt einen interessanten Einblick in die „goldige“ Vergangenheit von Hope. Dann kann man von der Theorie zur Praxis wechseln und sich aktiv als Goldwäscher betätigen. Im Chugach Mountain Forest, der Hope umschließt, ist sogar ein eigenes Gebiet für Hobby-Goldsucher abgesteckt. Man braucht nicht einmal eine Genehmigung dazu. Die Einheimisch helfen den Neulingen mit Goldwasch-Technik-Tipps auf die Sprünge.
Hope ist auch einer der Endpunkte des 62 Kilometer langen Resurrection Pass Trail, der Hope mit dem Sterling Highway verbindet. Gebaut wurde er für die Goldsucher als Zugang zu den Goldminen rund um Hope. Heute wird der Trail vor allem von Bergwanderern genutzt. Unterwegs können sie in einer der Hütten des U.S. Forest Service übernachten. Rafter dagegen locken die Stromschnellen durch den Sixmile Creek – nichts für schwache Nerven!
Hope erwachte im Jahr 1895 aus dem Dornröschenschlaf, als sich die Nachricht von Goldfunden am Sixmile Creek wie ein Lauffeuer bis Seattle verbreitete. Rund 3000 Glücksritter machten sich eiligst auf den Weg in das kleine Nest auf der Kenai Peninsula. Am Resurrection Creek entstand eine Minensiedlung, die auf den Namen Hope City getauft wurde, benannt nach dem17-jährigen Percy Hope. Er war der erste Mann, der hier von Bord ging. Hope und die Nachbarsiedlungen Sunrise und Sixmile Creek begannen rasch zu florieren. Hotels, Versammlungsräume, Behörden, Postämter und Saloons schossen wie Pilze aus dem Boden.
Aber der Boom war nur von kurzer Dauer. Als 1899 die Kunde von sagenhaften Goldfunden am Klondike und Yukon nach Hope drang, packten die Goldsucher ihre Siebensachen und brachen in Richtung Norden auf. Sunday ist mittlerweile völlig von der Bildfläche verschwunden. Die letzten verbliebenen Gebäude fielen dem großen Erdbeben 1964 zum Opfer. Hope dagegen gilt als der am besten erhaltene Goldminenort in Southcentral Alaska. Von den ursprünglichen Gebäuden ist einzig die Hope Social Hall aus dem Jahr 1902 noch erhalten.