Von Nenana biegt der George Parks Highway in Richtung Osten ab und führt an einigen Abzweigungen vorbei, bis man in das historische Goldminenstädtchen Ester gelangt. Das winzige Ester, nur 15 Kilometer westlich von Fairbanks gelegen, zählt Professoren, Künstler, Schriftsteller und andere Kreative zu seinen Einwohnern. Der Beiname „People’s Republic of Ester” verleiht dem Unabhängigkeitsdrang von Ester und seinen Einwohnern Ausdruck. In Ester wird auch die zweitgrößte Zeitung des Fairbanks North Star Bezirks herausgegeben, die recht eigenwillige Ester Republic.
In den Hügeln rund um Ester wird zwar immer noch nach Gold gegraben, aber Ester genießt heute eher einen Ruf als Künstlerkolonie. Mehrere Kunstgalerien und Künstlerstudios sind in Ester beheimatet, die sich der Malerei, der Goldschmiedekunst und der Fotografie widmen. Bekannt und beliebt ist auch der Ester Community Market im Ester Community Park, wo im Sommer über alle möglichen Produkte feilgeboten werden, von Honig über Kleider und Haushaltswaren bis zu Büchern und Kunstwerken.
Die Gemeinde zählt offiziell 1982 Einwohner. Doch viele davon leben völlig zurückgezogen in den Bergen oder in Behausungen weit abseits der Straße, so dass im Ortskern gerade einmal 240 Einwohner übrig sind. Ester wurde 1906 gegründet, nachdem Goldfunde im Ester Creek die Runde machten. Im Handumdrehen wuchs Ester zu einem Städtchen mit 5000 Einwohnern, drei Hotels und fünf Salons heran. Den zweiten großen Schub erlebte Ester im Jahr 1936, als die Fairbanks Exploration Company das Ester Camp baute und den Goldabbau in großem Stil betrieb. Das Camp ist heute im National Register of Historic Places aufgeführt.