Dieser Ort im Copper River Valley hat im Laufe seiner Geschichte nichts ausgelassen: War er einst ein Bahnhof und belebter Umschlagplatz für die Kennicott Kupferminen, wurde Chitina nach dem Niedergang der Mine zu einer Geisterstadt. Doch dann erlebte der Ort in den 1990ern ein Comeback als Standort und Ausgangspunkt zu Exkursionen im Wrangell-St. Elias National Park and Preserve, dem größten Nationalpark der USA. Chitinas Hauptattraktion ist der nahe gelegene Copper River. Einheimische aus allen Teilen Alaskas kommen im Sommer zum Dip Net Fishing hierher, einer ganz speziellen Angelart mit Netz.
Chitina mit seinen 125 Einwohnern liegt südlich von Glennallen bei Meile 34 am Edgerton Highway. Eine malerische Landschaft umgibt den Ort, hinter dem sich der 5000 Meter hohe Mount Blackburn erhebt. Ganz in der Nähe fließen Copper River und Chitina River zusammen.
Im Jahr 1910 erwachte Chitina zum Leben. Bis dahin war die Gegend von einigen Athabascan Indianern bewohnt. Doch dann wurde Chitina offiziell zu einem der Hauptbahnhöfe der Copper River & Northwestern Railroad bestimmt, und das lockte Minenarbeiter und Siedler in Scharen an. Schnell entwickelte sich Chitina zu einem Verkehrsknotenpunkt für das Interior. Die Einwohnerzahl wuchs auf 3000, es entstanden Geschäfte, fünf Hotels, Apartmenthäuser, Bars, ein Tanzsaal und sogar ein Kino.
Als die Mine im Jahr 1938 für immer dicht machte, war das Ende von Chitina keineswegs besiegelt. Vielmehr konnte das Städtchen mit der Gründung des Wrangell-St. Elias National Park and Preserve eine neue Identität aufbauen. Heute ist Chitina für Besucher der Startpunkt zur Fahrt auf der ziemlichen ruppigen, 100 Kilometer langen McCarthy Road, die entlang der alten Bahntrasse ins Herz des Nationalparks führt.
Im Ort findet man Unterkunftsmöglichkeiten, Lebensmittelläden, Restaurants, eine Tankstelle, Charterboote für Angler, eine Kirche und andere Serviceeinrichtungen. Weiter nach McCarthy geht es auf der 100 Kilometer langen Schotterstraße. Drei Stunden Fahrtzeit sollte man mindestens einplanen. Man kommt auch mit dem Shuttlebus oder mit dem Flugzeug nach McCarthy. Informationen gibt es bei der Wrangell-St. Elias National Park's Chitina Ranger Station (Tel. 907-823-2205). Sie ist in einem historischen Blockhaus untergebracht, wo alte Fotos und andere Dokumente zu sehen sind. Historisch bedeutsam ist auch die alte Blechschmiede, die im National Register of Historic Places erwähnt und heute eine Kunstgalerie ist.