Wenn man die Brücke über die Mosquito Fork des Fourtymile River fährt, kommt man auf dem Taylor Highway nach Chicken, einem beliebten Halt für Reisende auf dem Weg nach Eagle oder Dawson. So winzig der Ort mit seinen nur zehn Einwohnern auch sein mag, so kann er doch auf eine schillernde Vergangenheit als Goldgräberort zurückblicken. Außerdem ist Chicken ein guter Ausgangspunkt zum landschaftlich reizvoll gelegenen und fischreichen Fourtymile River.
Besucher finden zwei Campingplätze, zwei Cafés, Souvenirshops, einen belebten Saloon, zwei Tankstellen und Angebote für Hobby-Goldsucher vor. Im Sommer trifft man in Chicken auf eine witzige Mischung aus Goldgräbern, Trappern, Künstlern sowie Abenteuerurlaubern aus aller Welt. Die Stadt versorgt nach wie vor die Bergarbeiter aus dem Fortymile Mining District. Außerdem können Besucher ihre Talente als Goldsucher ausloten, das erforderliche Equipment gibt’s zu leihen. Guides bieten Touren zu den historischen und aktuellen Goldgräber-Schauplätzen an.
1886 brach in dieser Gegend das Goldfieber aus, nachdem man am Upper Chicken Creek auf beachtliche Goldfunde gestoßen war. Ein gewisser Bob Mathieson steckte seinen Claim ab, nachdem er eine Goldader entdeckt hatte, und baute sich eine Hütte. Die Region entwickelte sich zum Dreh- und Angelpunkt aller Goldgräber-Aktivitäten im Süden des Fortymile Mining District. Zwischen 1896 und 1898 lebten hier über 700 Goldsucher. Zum Ursprung des Ortsnamens Chicken ist folgende Geschichte überliefert: Bei einer Versammlung unter den Einwohnern wurde Ptarmigan als Ortsname vorschlagen, da diese Huhn-ähnlichen Vögel die Gegend in rauen Mengen bevölkerten. Der Vorschlag fand allgemeinen Beifall, aber irgendwie gab es Probleme mit der Aussprache. So wurde aus Ptarmigan eben Chicken.
Obwohl viele Goldsucher beim Ausbruch des Klondike Goldfiebers im Jahr 1898 ihre Zelte abbrachen, blieb Chicken am Leben. 1906 baute Harvey Van Hook das zweigeschößige Chicken Creek Hotel, das 1925 als Schule fungierte. Hier war Anne „Tisha“ Purdy als Lehrerin tätig, die den Autor Robert Specht zu seinem Buch „Tisha“ animierte. Später wurde das Hotel ein Roadhouse, bevor es zwischen 1953 und den späten 60er Jahren von der F.E. Company als Schlafbaracke für ihre Arbeiter genützt wurde.
Das Hotel gibt es immer noch, ebenso wie ein Dutzend anderer Gebäude aus dieser Zeit. Ein Überlebender ist auch der riesige Pedro Bagger, der in der Umgebung von Fairbanks eingesetzt wurde, bevor er 1959 in Chicken zum Einsatz kam und besichtigt werden kann. Es sind auch noch Überreste zweier weiterer Riesenbagger zu sehen: die Cowden Dredge an der Mosquito Fork und die Jack Wade Dredge.